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2:1 in Osnabrück - dominante Kiezkicker siegen verdient an der Bremer Brücke

Der FC St. Pauli hat erstmals seit August 1991 wieder ein Pflichtspiel beim VfL Osnabrück gewonnen, am Sonntag (21.3.) setzten sich die Kiezkicker verdient mit 2:1 (0:0) durch. Nach torloser erster Halbzeit verwandelte Guido Burgstaller zunächst einen Foulelfmeter (51.), Omar Marmoush legte Mitte der zweiten Halbzeit dann nach (65.). Osnabrück konnte durch Marc Heider zwar noch mal verkürzen (79.), die Partie aber nicht mehr auf den Kopf stellen.

Für die Partie beim VfL Osnabrück nahm Cheftrainer Timo Schultz im Vergleich zur 0:2-Heimniederlage gegen den SC Paderborn 07 zwei Veränderungen vor. So rückte Philipp Ziereis für Tore Reginiussen in die Innenverteidigung, im Mittelfeld begann Finn Ole Becker zudem für Afeez Aremu. Bei den Lila-Weißen nahm Coach Markus Feldhoff nach dem 1:1 beim 1. FC Nürnberg ebenfalls zwei Wechsel vor, Maurice Trapp und Niklas Schmidt ersetzten Ken Reichel und Christian Santos.

Bei guten äußeren Bedingungen legten beide Teams an der Bremer Brücke mit viel Tempo los, den besseren Start erwischten die Kiezkicker. Sie übten früh viel Druck aus und erspielten sich nach 123 Sekunden auch schon die erste Chance. Über mehrere Stationen kam der Ball im VfL-Strafraum halbhoch zu Rodrigo Zalazar und der probierte es aus neun Metern per Fallrückzieher – der Ball landete auf dem Tornetz (3.). Auch in der Folge spielte sich fast alles in der Osnabrücker Hälfte ab, eine weitere nennenswerte Torchance konnten sich die Braun-Weißen vorerst aber nicht erspielen. Zwei Schüsse von Finn Ole Becker (12.) und Guido Burgstaller (16.) konnte die VfL-Abwehr jeweils blocken.

Die Gäste konnten sich nur selten mal befreien. Dann klappte es aber mal über die rechte Seite, wo Zalazar zunächst gut aufgepasst hatte, seinem Befreiungsschlag fehlte aber die Präzision. Wolze nahm den Ball auf und zog aus 22 Metern ab – deutlich drüber (19.). Nach einem Konter gab’s dann einen Freistoß für die Gastgeber kurz vor der Strafraumkante. Niklas Schmidt trat an, doch Zalazar fälschte entscheidend ab (23.). Auf der Gegenseite spielten sich Kiezkicker stark nach vorne, Leart Paqarada bediente Burgstaller dann mit einer starken Hereingabe von der linken Seite. Der Angreifer tauchte freistehend im VfL-Strafraum auf, zog aus 14 Metern per Drehschuss ab und jagte den Ball drüber – da war mehr drin (25.).

Die Gastgeber kämpften sich immer mehr in die Partie rein und konnten die Boys in Brown etwas besser von ihrem Tor weghalten, aber auch nicht immer. Becker eroberte den Ball 25 Meter vor dem VfL-Tor und verhinderte so einen Konter der Osnabrücker. Er bediente Daniel-Kofi Kyereh, der wiederum legte weiter zu Burgstaller. Der ließ erst Gegenspieler Maurice Trapp stehen, scheiterte aus 17 Metern dann aber an VfL-Keeper Philipp Kühn (33.). Die Schlussminuten gehörten dann den Osnabrückern. Nach zwei geblockten Schüssen von Schmidt (39.) und Sebatsian Kerk (40.) vergab Timo Beermann die große Chance zur Führung. Er köpfte eine Kerk-Ecke freistehend aus fünf Metern knapp am linken Pfosten vorbei (41.). Wenig später ertönte der Halbzeitpfiff.

Die Kiezkicker um Finn Ole Becker (hier im Duell mit Kevin Wolze) präsentierten sich in Halbzeit eins sehr dominant.

Die Kiezkicker um Finn Ole Becker (hier im Duell mit Kevin Wolze) präsentierten sich in Halbzeit eins sehr dominant.

Personell unverändert kehrten beide Mannschaften auf den Rasen zurück. Unverändert auch das Spielgeschehen, mit viel Tempo ging es zur Sache, kein Ball wurde hergeschenkt. So auch in Minute 50 von Trapp, der Omar Marmoush im Strafraum bei einer Grätsche mit dem Gesäß am Fuß traf und so zu Fall brachte. Dr. Martin Thomsen zeigte sofort auf den Punkt, auch nach VAR-Einsatz blieb er bei seiner Entscheidung. Burgstaller übernahm Verantwortung und wählte die linke Ecke. Kühn tauchte ins andere Eck ab uns so stand es 1:0 (51.)!

Burgstaller hatte sechs Zeigerumdrehungen später auch schon das zweite Tor auf dem Fuß. Erst konnte sich der Stürmer stark vom Gegenspieler lösen, am gut reagierenden Kühn scheiterte er dann aber aus halbrechter Position (57.). Wenig später konterten die Gastgeber und Kerk kam aus spitzem Winkel zum Abschluss – Dejan Stojanović packte sicher zu (59.). Die Boys in Brown hatten weiterhin vom Spiel, vieles spielte sich in der Hälfte der Osnabrücker ab. Die Braun-Weißer nach einer Ecke dann mit der großen Chance zum 2:0! James Lawrence verlängerte eine Ecke auf den zweiten Pfosten zu Kyereh, der den Ball per Kopf aber nur ans Außennetz setzte – schade (63.).

Nur 120 Sekunden später zappelte der Ball dann aber im VfL-Gehäuse. Die Kiezkicker machten das Spiel schnell und Kyereh bediente Marmoush auf halblinks. Der Flügelspieler zog nach innen und jagte das Leder aus 20 Metern ins rechte untere Eck – 2:0 (65.)! Dabei sollte es nicht bleiben. Nur 120 Sekunden verwehrte der VAR-Einsatz Marmoush einen schnellen Doppelpack nach einem nahezu identischen Spielzug, er hatte hauchdünn im Abseits gestanden (67.). Die Kiezkicker blieben in der Folge spielbestimmend, defensiv ließen sie so gut wie gar nichts anbrennen.

Dann fanden die Osnabrücker aber doch mal eine Lücke in der braun-weißen Abwehr, in der Adam Dźwigała den angeschlagenen Sebastia Ohlsson ersetzte (78.). Marc Heider nahm auf der linken Seite Tempo auf und bediente Christian Santos. Der legte im Strafraum auf den durchgestarteten Heider zurück und der ließ Stojanović aus sieben Metern keine Chance – nur noch 2:1 (79.). Coach Timo Schultz nahm für die Schlussphase noch mehrere Wechsel vor: Jannes Wieckhoff, Afeez Aremu und Maximilian Dittgen ersetzen Finn Ole Becker, Rodrigo Zalazar und Omar Marmoush (84.) und etwas später kam Igor Matanović für Guido Burgstaller (88.).

Das Quartett sollte mithelfen, den Vorsprung zu verteidigen und so zum ersten Mal seit August 1991 wieder drei Punkte zu entführen. Der VfL warf zwar noch mal alles nach vorne, die Boys in Brown verteidigten aber zu gut und siegten am Ende verdient mit 2:1 an der Bremer Brücke.

VfL Osnabrück

Kühn - Gugganig (69. Multhaup), Beermann, Trapp - Ajdini, Bapoh (62. Henning), Taffertshofer, Reis (87. Müller), Wolze (62. Heider) - Schmidt (62. Santos), Kerk

Cheftrainer: Markus Feldhoff

 

FC St. Pauli

Stojanović - Ohlsson (78. Dźwigała), Ziereis, Lawrence, Paqarada - Zalazar (84. Aremu), Benatelli, Becker (84. Wieckhoff), Kyereh - Marmoush (84. Dittgen), Burgstaller (88. Matanović)

Cheftrainer: Timo Schultz

 

Tore: 0:1 Burgstaller (51., FE), 0:2 Marmoush (65.), 1:2 Heider (79.)

Gelbe Karten: keiner / Ziereis

Schiedsrichter: Dr. Martin Thomsen (Kleve)

 

(hb)

Fotos: Witters

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