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"Ich bin sehr glücklich, wieder mit den Jungs auf dem Platz zu stehen"

Zum Ende des Fußballjahres 2018 war Henk Veerman der Pechvogel bei unseren Kiezkickern, im letzten Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg (4:1) zog sich der Angreifer eine schwere Knieverletzung zu. Eine zehnmonatige Pause folgte, ehe der Stürmer seit Ende Oktober wieder erfolgreich auf Torejagd gehen kann. Musste sich Veerman vor exakt einem Jahr noch im UKE operieren lassen, geht's ihm 365 Tage später gesundheitlich wieder richtig gut - das Toreschießen hat er auch nicht verlernt - und so kann er am heutigen 26. Dezember seine Koffer für einen Kurzurlaub auf Gran Canaria packen.

22. Dezember 2018, es läuft die 30. Minute im Millerntor-Stadion. Henk Veerman will aus dem Rückraum abziehen, doch Magdeburgs Stürmer Christian Beck spitzelt den Ball gerade noch weg und so trifft Veerman nicht den Ball, sondern mit voller Wucht das Bein von Beck. Veerman bleibt mit Schmerzen liegen, probiert es aber noch mal, muss dann aber ausgewechselt werden. Nach dem Spiel geht's für ihn ins Krankenhaus und da bekommt der Angreifer die niederschmetternde Diagnose: Kreuzbandriss und Außenbandriss im rechten Knie. Am zweiten Weihnachtstag wird der Niederländer, der mit sechs Toren und fünf Vorlagen bis dahin beste Scorer der Braun-Weißen, im Universitätsklinikum Eppendorf (UKE) operiert.

 

Henk Veerman wird kurz nach seiner Auswechslung von Mannschaftsarzt Dr. Sebastian Schneider und Physiotherapeut Mike Muretic begleitet.

Henk Veerman wird kurz nach seiner Auswechslung von Mannschaftsarzt Dr. Sebastian Schneider und Physiotherapeut Mike Muretic begleitet.

"Für mich war es die erste schwere Verletzung in meiner Karriere. Mir war schnell klar, dass ich sehr lange fehlen werde. Für mich war es eine Katastrophe, dass ich der Mannschaft nach der tollen Hinserie in der Rückrunde dann nicht mehr helfen konnte. Das war mental wirklich sehr schwer", blickte der Angreifer zurück. Vor allem die ersten Monate in der Reha, die er kurz nach dem Jahreswechsel im ENDO Rehazentrum begonnen und im Trainingszentrum der niederländischen Nationalmannschaft in Utrecht fortgesetzt hatte, seien nicht leicht gewesen. "Den Kopf wieder aufrichten" konnte Veerman dann, als er im April das erste Mal wieder leichte Übungen mit dem Ball machen durfte.

"Danach ging's dann Woche für Woche Stück für Stück voran, ich konnte das Pensum kontinuierlich erhöhen. Mein Knie hat keine Probleme bereitet, ist nicht dick geworden. Alles lief nach Plan, auch weil wir sehr darauf geachtet haben, die Belastung nicht zu hoch anzusetzen", so der Angreifer rückblickend. Im Laufe der Hinrunde konnte der Niederländer erst immer häufiger Teile des Mannschaftstrainings und später dann auch wieder komplett mitmachen. Im Oktober feierte er beim Testspiel gegen Werder Bremen nach zehn Monaten endlich sein Comeback. Auf zwei Einsätze für die U23 in der Regionalliga Nord folgten zwei Kurzeinsätze gegen Karlsruhe und Bochum.

Mitte November stand Veerman in Aue dann erstmals wieder in der Startelf, dabei gelang ihm der zwischenzeitliche Anschlusstreffer. "Jedes Tor gibt Dir ein sehr gutes Gefühl – gerade nach einer solch langen Pause", freute sich der 2,01 m große, aber technisch versierte Angreifer über seinen Treffer gegen die Veilchen. Das Spiel ging dennoch mit 1:3 verloren. Auch bei den Niederlagen gegen Hannover und Regensburg schickte Jos Luhukay den Stürmer von Beginn an auf den Rasen. "In Regensburg habe ich einige Chancen vergeben", ärgerte sich der Angreifer, der hinzufügte: "Ich glaube, dass ich vor meiner Verletzung effektiver vor dem gegnerischen Tor war. Nach zehn Monaten Pause ist das aber auch normal."

Bei seinem Startelf-Comeback gelang Henk Veerman in Aue sein erstes Zweitliga-Tor nach elf Monaten.

Bei seinem Startelf-Comeback gelang Henk Veerman in Aue sein erstes Zweitliga-Tor nach elf Monaten.

In puncto Effektivität legte Veerman vor allem zum Jahresende eine Schippe drauf und so konnte er im wichtigen Duell gegen Wehen Wiesbaden jubeln. Fünf Minuten vor dem Abpfiff erzielte er das 2:1 und leistete so einen wichtigen Beitrag zum ersten Sieg nach zehn Wochen. "Ich habe mich sehr gefreut, dass ich der Mannschaft mit meinem Treffer helfen konnte und wir endlich wieder gewinnen konnten. Der Sieg war wichtig und hat uns allen richtig gutgetan", so der 28-Jährige.

Gegen Arminia Bielefeld (3:0) legten die Braun-Weißen drei weitere Punkte nach, der Pechvogel aus dem Vorjahr trug mit zwei Treffern maßgeblich zum zweiten Heimsieg in Folge bei. "Für mich war es nach der langen Verletzungspause ein sehr positiver Jahresabschluss. Ich bin sehr glücklich, wieder mit den Jungs auf dem Platz zu stehen und der Mannschaft weiterhelfen zu können. Ich hatte ein schweres Jahr und umso schöner ist es, so zurückzukommen", freute sich Veerman.

Mit einem Doppelpack und dem Heimsieg gegen Arminia Bielefeld endete 2019 überaus erfolgreich für Henk Veerman.

Mit einem Doppelpack und dem Heimsieg gegen Arminia Bielefeld endete 2019 überaus erfolgreich für Henk Veerman.

Für das neue Jahr wünscht sich der Angreifer verständlicherweise vor allem Gesundheit, in sportlicher Hinsicht vor allem gute Leistungen und viele Treffer. "Wir müssen nach dem Jahreswechsel vieles besser machen, das wissen wir auch. Wir wissen aber auch, dass wir die Qualität haben, es besser zu machen. Ich will dazu beitragen, indem ich hoffentlich viel spiele und der Mannschaft mit guten Leistungen und Toren weiterhelfen kann."

Bevor Veerman nach dem Jahreswechsel aber wieder auf Torejagd gehen wird, heißt es erst noch Kraft tanken und abschalten. Lag der Angreifer vor exakt einem Jahr noch auf dem OP-Tisch, wird er am heutigen 2. Weihnachtstag seine Koffer packen. "Es geht für sechs Tage nach Gran Canaria. Das kann gerne auch veröffentlicht werden", so Veerman, der mit einem Augenzwinkern hinzufügte: "Die Insel ist so groß, mich wird da schon niemand finden."

 

(hb)

Fotos: Witters

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